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Montag, August 21, 2006

// das lustschloss und der graf belderbusch



Schloss Miel bei Bonn

Das Barockschloss Miel; Rechte WDR (TV-Bild).
Hier zu heiraten ist schon ganz schön pikant: Das Barockschloss Miel bei Bonn ist nicht nur wegen seines Ambientes ein Geheimtipp, sondern auch wegen seiner Geschichte: In dieser zauberhaften kleinen „Maison de plaisance“ traf sich einst Graf Belderbusch, der mächtigste Mann des kurkölnischen Reiches, heimlich mit seiner Geliebten, der Äbtissin Caroline von Satzenhofen. Im eleganten Salon des Lustschlosses finden heute standesamtliche Trauungen statt, im Gartensaal, dessen Wände mit heiteren Rokoko-Szenen des Bonner Hofmalers François Rousseau geschmückt sind, wird getafelt.

Auch Alexandra und Mario Heinen aus Wachtberg haben sich entschlossen, den schönsten Tag in ihrem Leben in dem Schloss in der Voreifel zu verbringen. Im Gartensaal speist die 35-köpfige Hochzeitsgesellschaft fast wie einst zu Zeiten des Grafen Belderbusch. Eine perfekte Alternative zur traditionellen kirchlichen Trauung, findet auch Schlösserfan Alexandra Heinen.

Doch der neue Schlossherr Heinz Thelen hat die Tore des Schlosses nicht nur für Heiratswillige geöffnet. Umringt von 12 ha Laubwald, bietet die 90 ha große Golfanlage über 18 abwechslungsreiche Spielbahnen.
Quelle: WDR


Anton Maria Karl Graf von Belderbusch, (* 1758 in Heerlen; † 1820 in Bonn), war von 1804 bis 1816 Bürgermeister von Bonn. Auch nach dem Wiener Kongress von 1815 blieb er als Bürgermeister an der Spitze der Bonner Stadtregierung. 1816 wurde er Landrat des Kreises Bonn. 1810 wurde er Ritter der Ehrenlegion.
Quelle: wikipedia

// BUSCHHOVEN UND DER GRAF

Der Graf bedankte sich mit einem Trinkgelage

Dorfgeschichte: In dem kleinen Dorf Buschhoven finden sich zahlreiche Spuren einer interessanten Vergangenheit - Auf der Wasserburg tagte einst sogar ein für das Amt Bonn zuständiges kurkölnisches Hochgericht.

Nur wenige Kilometer westlich von Bonn liegt am Rande des Kottenforstes ein altertümliches, im Kern schmuckes Dorf, dessen geschichtliche Spuren äußerst vielfältig sind. Der Ort liegt am Rande der von Bonn nach Euskirchen führenden B 56. Das in der Nähe dieser Straße gelegene Forstamt ist ein Paradebeispiel der preußisch-rheinischen Förstereiarchitektur.

Einige alte Grenzsteine deuten auf die reichhaltige Vergangenheit Buschhovens, dessen mundartlicher Name "Bäuschhovve" volksetymologisch auf die weiten Waldungen (Büsche) deutet, die etwa zwei Kilometer weiter den sagenumwobenen "Eisernen Mann" (ein um 1625 aufgestelltes Grenzzeichen) umgeben.

Die Vorgängerstraße der B 56 hatte der kurkölnische Minister Kaspar Anton Graf Belderbusch 1770 von der Bonner Residenz der Kölner Kurfürsten zu seiner jetzt in neuem Glanz erstrahlenden barocken "Maison de Plaisance" im nahen Miel anlegen lassen.

Zumindest von Bonn bis Buschhoven gingen die Arbeiten so zügig voran, dass den Buschhovenern zur Belohnung ihres Einsatzes ein üppiges Trinkgelage versprochen worden war.

Quer durch den an Fachwerkhäusern reichen Ort verläuft der von Rheinbach her kommende "Römerkanal", die berühmte von der Eifel nach Köln führende Wasserleitung aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Die römische Vorgängersiedlung Buschhovens lag exakt auf einer 44 Kilometer langen schnurgeraden Kultlinie der aufanischen Matronen zwischen dem Bonner Münster und dem Matronenheiligtum auf der so genannten Görresburg zu Nettersheim in der Eifel.

In Buschhoven vereinigten sich zwei römerzeitliche Straßenzüge: Eine Militärstraße führte von Trier über Morenhoven und Buschhoven bis Bonn. Ein zweiter militärischer Fernweg verlief von Buschhoven aus Richtung Miel, Odendorf, Flamersheim, Billig und Münstereifel, um weiterhin auf die römische "Augusta Treverorum" zuzustreben. Im Jahr 796 ernannte Karl der Große Bischof Hildebold zum Erzbischof von Köln und stattete ihn mit üppigem Grundbesitz im Raum Buschhoven aus.

Freilich findet sich der früheste urkundliche Ortsnamenbeleg erst im Jahr 1113 in der Form "Bishoveshoven". Dies bedeutet so viel wie "zu den Höfen der Gefolgsleute des Bischofs". Buschhoven bekleidete seit dem späten Mittelalter den Rang eines sich auch über Müttinghoven und Morenhoven erstreckenden Dingstuhls im kurkölnischen Amt Bonn.

Auf der mitten im Dorf gelegenen Wasserburg des Kölner Erzbischofs tagte einst sogar ein für das Amt Bonn zuständiges Hochgericht. Stark begütert waren im Ort das Kölner Domkapitel sowie das Bonner Stift Dietkirchen, die sich beide die Grundherrschaft teilten, sowie das benachbarte Kloster Schillingskapellen mit dem so genannten Heidenhof.

Als Vögte des Domkapitels saßen zunächst die Herren von Buschhoven zu Hurt und Landskron auf dem Burghof. Deren Erben tauschten den wasserumwehrten Burghof, dem auf einer zweiten Insel das erzbischöfliche Burghaus gegenüberlag, gegen die Wasserburg Heimerzheim (heute im Besitz der Freiherren von Boeselager), so dass der Komplex an den Kölner Erzbischof Hermann von Wied gelangte, der die schlichte Wasserburg um 1530 in ein Jagdschloss umbauen ließ.

Zur Zeit der Reformation fand hier 1541 auf Einladung dieses reformfreudigen Erzbischofs ein bedeutendes Religionsgespräch statt, Philipp Melanchthon und Martin Bucer verfassten hier in Buschhoven die programmatische Denkschrift "Einfaltigs Bedencken". Im 30-jährigen Krieg (1645) wurde die Burg beziehungsweise das Jagdschloss zerstört.

Fünf Jahre später ließ Burggraf Conrad Danziger das Gemäuer wieder herrichten. Allerdings fiel die Anlage zwischen 1677 und 1702 erneut drei Mal der kriegerischen Zerstörung anheim.

Kurfürst Clemens August zeigte nur ein geringes Interesse an seinen Besitzungen in Buschhoven. Deshalb gestattete er, die Mauern des Schlosses abzutragen und sie als privaten Steinbruch zu nutzen. In pfarrstruktureller Hinsicht war Buschhoven bis ins 17. Jahrhundert hinein von Lüftelberg abhängig. Seine kleine Pfarrkirche Sankt Katharina wurde vor etlichen Jahren an die angewachsene evangelische Gemeinde abgetreten.

Seither besitzt der Ort eine weiträumige Wallfahrtskirche. In ihr wird alljährlich das marianische Fest der "Rosa mystica" gefeiert. Viele Pilger aus der Umgegend strömen seit 1806 am Sonntag vor dem Johannistag (24. Juni) nach Buschhoven, wo sich das romanische Gnadenbild der "Rosa mystica" befindet.
Quelle: Horst Bursch General Anzeiger - Bonn

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