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Montag, Oktober 08, 2007

// ahoi kapitän - (k)ein scherz

Helmes - Nicht mehr Kapitän - Neuer Kapitän = Alter Kapitän:

Schweiger Helmes bricht den Torfluch - Gegen Offenbach gelingt der erste Treffer nach 575 Minuten. Aber er will jetzt nicht Kapitän sein und nicht reden:



Köln - Pssst. Pssst. Patrick Helmes läuft auf die Haupttribüne zu, hält sich den rechten Zeigefinger auf den Mund. Wie soll man das denn deuten? Jubeln verboten etwa?

Innerlich dürfte es in Patrick Helmes nach seinem Tor zum 4:1-Endstand in der 68. Minute anders ausgesehen haben. Er wird erleichtert gewesen sein, nach 575 torlosen Minuten endlich wieder zu treffen.

Denn Tore sind nun einmal der Anspruch des Nationalspielers, der am Freitag von Bundestrainer Joachim Löw trotz seiner Formkrise zuletzt in den Kader für die EM-Qualifikationsspiele berufen wurde.

Während Löw an dem 23-jährigen FC-Stürmer festhält, nahm sein Kölner Trainer Christoph Daum Helmes vor der Partie erst mal etwas weg: die Kapitänsbinde! Stattdessen lief Routinier Matthias Scherz (35) als Spielführer auf.



Eine ungewöhnliche Maßnahme, mit der Daum seinen bekanntesten und nach seinem bevorstehenden Wechsel zum Rivalen Leverkusen umstrittensten Spieler etwas den Druck nehmen will. Helmes hing zuletzt durch, wirkte auf dem Platz verunsichert und außerhalb introvertiert, sprach nicht mehr mit den Medien.

Und Daum ging auf seinen Angreifer zu: „Ich habe mit Patrick gesprochen und gefragt, wie er die Situation mit dem Kapitänsamt sehe. Er hat sich das dann in Ruhe überlegt. Patrick hat mir erklärt, dass er gerne FC-Kapitän ist. Er sagte aber auch, dass es jetzt Aufgaben gibt, die andere Spieler besser erfüllen können als er. Matthias könne im Sinne des Mannschafts-Erfolg dies besser machen. Für diese Aussage habe ich Hochachtung vor Patrick“, lobte Daum seinen Kapitän, „und es hat mich noch mehr gefreut, dass er endlich wieder ein persönliches Erfolgserlebnis hatte.“

Helmes, der laut Daum definitiv bis zum Saisonende in Köln bleiben wird, hätte noch öfter treffen können. Und zu seiner Bestform fehlt auch noch ein Stück. Vielleicht findet er sie im Kreise der DFB-Auswahl wieder.

Reden wollte er aber auch am Freitag nicht. Das hatte er in der 68. Minute ja auch schon deutlichst angezeigt.

Quelle: EXPRESS



Die Last der FC-Binde

Köln – Es bleibt dabei: Der Ex-Kapitän möchte lieber schweigen. „Ich will erst wieder durch Leistung überzeugen und mich nur auf Fußball konzentrieren. Ich hoffe, man versteht das“, spricht Patrick Helmes und sagt doch nichts.

Am Dienstag reist der Stürmer zur Nationalmannschaft. Bundestrainer Joachim Löw hält an Helmes trotz Formschwäche fest. Beim DFB ist er einer unter vielen, beim FC nicht. Helmes steht immer im Mittelpunkt. Und muss nach dem Wechsel-Theater mit Leverkusen mit Anfeindungen der Fans leben.

Der Druck auf Helmes ist groß. Eine Bürde wurde ihm jetzt genommen: Matthias Scherz löste Helmes als Kapitän ab >(siehe oben).

Die Last der FC-Binde. Schon Pierre Littbarski machte sie zu schaffen. Die Parallelen: Der damalige Kapitän war in der Saison 1983/84 gleich alt wie Helmes (23 Jahre). Litti war ebenso Jung-Nationalspieler, hatte das Ziel EM vor Augen und war der vermeintlich beste Spieler seines Teams. Auch Littbarski stand im Fokus der Öffentlichkeit.



Trainer Rinus Michels hatte den Dribbelkönig im Sommer 1983 zum Spielführer wählen lassen. Doch der Mittelfeldspieler geriet schnell in eine Krise. „Es gab auch damals Spieler, die ein anderes Standing innerhalb der Mannschaft hatten. Litti hatte wie vielleicht auch Helmes das Gefühl, dass in dieser Situation andere die Aufgabe besser übernehmen können“, erinnert sich Ex-FC-Trainer Hannes Löhr, der Michels im August 1983 abgelöst hatte.

„Litti – als junger Kapitän überfordert“ oder „Littbarski – Ruhm nicht verkraftet?“: Das waren damals die Schlagzeilen. Obwohl der Nationalspieler Kapitän war, hatten Andere das Sagen. Löhr: „Toni Schumacher, Gerd Strack, Paul Steiner oder Klaus Allofs waren die Wortführer.“

Bundestrainer Jupp Derwall drängte Littbarski damals sogar, das Amt abzugeben: „Die Bürde erdrückt den Spieler. Es ist höchste Zeit, dass er sich vom Posten löst.“

Der Unterschied zu Helmes: Obwohl er de facto nicht der Wortführer im Team war, blieb Litti bis zum Saisonende Kapitän. Not gedrungen. Da Strack und Schumacher nicht wollten. Litti wurde überredet das Amt nur noch bis zum Sommer auszuüben. Löhr: „In der Sommerpause einigten wir uns, dass ein anderer Spieler das Amt übernehmen sollte.“

Der ältere Klaus Fischer machte es. Und Litti? Als er wusste, dass er das Amt bald los sein würde, blühte er auf. Fuhr noch auf dem letzten Drücker zur EM und spielte dann eine überragende Saison als Kapitän a.D.. Gleiches wäre auch Helmes zu wünschen.



Manager Michael Meier, der schon damals FC-Geschäftsführer war: „Wir wollen Patrick unterstützen, damit er seine Ziele beim FC und in der Nationalmannschaft erreicht. Davon würden alle profitieren.“

Quelle: EXPRESS

Abschließend noch ein Blick auf die Tabelle:

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