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Mittwoch, Oktober 31, 2007

// DREISTE ABZOCKE DER STADT KÖLN

Köln- Nach EXPRESS-Report - Stadt tauscht die Schilder aus!

Nächste Falle: Schild rechts, aber nicht links – wo der Autofahrer aber beim Einfädeln hinschaut.
Foto: Käsmacher

Von OLIVER MEYER - für Express

Der EXPRESS-Bericht über die nicht legale Blitzanlage auf der Zoobrücke sorgte am Dienstag für Wirbel bei der Stadtverwaltung. Zwölf Stunden nach der Veröffentlichung wurden neue Schilder aufgestellt.

In einer zweiseitigen Stellungnahme erklärte die Stadt Köln am Dienstag, dass die Beschilderung des Starenkastens in Höhe Amsterdamer Straße rechtlich eindeutig sei. Und das, obwohl der ADAC festgestellt hatte, dass auf beiden Seiten Tempo-60-Schilder montiert sein müssten, um den Autofahrer frühzeitig auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hinzuweisen. Denn die Verwaltungsvorschrift besagt, dass auf autobahnähnlichen Straßen eine beidseitige Beschilderung nötig sei. Die Stadt dagegen behauptet, dies sei nicht zwingend nötig.

Ein Sprecher: „Mit den aufgestellten Schildern wollen wir dem Autofahrer helfen, die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten. Es geht um Minderung der Unfälle, nicht um Abzocke.“

Wegen einer trotzdem zu erwartenden Klagewelle von geblitzten Autofahrern wurden am Dienstag aber dann doch zwei Schilder (60 Zentimeter Durchmesser) gegen zwei große (75 Zentimeter Durchmesser) ausgetauscht. Am linken Fahrbahnrand fehlt aber weiterhin ein Schild. Begründung: Der Mittelstreifen sei zu schmal, um ein Schild zu montieren. Zudem könnten Brummis es berühren und abreißen. Eine Schilderbrücke lehne man aufgrund der hohen Baukosten ab.

Damit aber nicht genug. Ford-Fahrer Peter Großmann (52) entdeckte einen weiteren Falschblitzer: „Wer vom Buchheimer Ring auf die Zoobrücke Richtung Innenstadt fährt, blickt auf dem Beschleunigungsstreifen natürlich nach links. Doch das versteckte Tempo-80-Schild steht rechts. Links steht gar keins, das kann doch nicht sein. Und da kann die Stadt sagen, was sie will. Aber sie lässt auswärtige Autofahrer durch eine schlechte Beschilderung in die Falle fahren. Das ist sehr wohl Abzocke.“ Möglich, dass auch dort am Mittwoch ein Bautrupp anrückt...

Was bisher geschah:

Köln- Zoobrücke - Die illegale Blitzer-Falle
Von OLIVER MEYER und PETER KÄSMACHER

Seit Montag zucken wieder Blitze auf der Zoobrücke. Von den fünf neuen Starenkäste sind drei scharf. Doch bald könnte es eine Klagewelle gegen eine der Blitzanlagen geben. Denn sie ist eine fiese Blitzfalle.

BMW-Fahrer Peter Schütz (43) fuhr mit exakt 80 km/h von Gummersbach kommend über die Zoobrücke. Kurz vor der Inneren Kanalstraße erwischte es ihn doch. Obwohl er vorschriftsmäßig fuhr – glaubte er zumindest. Denn er hatte nicht mitbekommen, dass beim letzten Blitzer statt 80 plötzlich nur noch 60 km/h gilt.

„50 Meter vor der Blitzanlage steht rechts in zwei Meter Höhe ein einziges Tempo-60-Schild. Das konnte ich aber nicht sehen, weil ich in der Mitte fuhr und rechts neben mir ein Brummi war. Ich hatte so keinen Hinweis auf Tempo 60“, sagt Schütz.

EXPRESS machte den Test. Ergebnis: Der Autofahrer hat Recht. Während vor allen anderen Starenkästen sowohl am rechten wie am linken Fahrbahnrand Schilder stehen, steht dort nur eins. Das zweite Schild zehn Meter vor dem Blitzkasten ist ebenso unsinnig wie die auf die Fahrbahn gepinselten 60-Zeichen – etwa 50 Zentimeter vor den Mess-Sensoren im Boden. Kommt auch noch Regen oder aufgewirbelte Gischt hinzu, sieht der Autofahrer von all dem nichts.

ADAC-Sprecherin Jacqueline Gründwald: „Laut der Verwaltungsverordnung, die das Aufstellen von Verkehrszeichen regelt, darf das so nicht sein. Da muss nachgebessert werden. Die Vorschrift besagt, dass der durchschnittliche Autofahrer mit einem raschen und flüchtigen Blick Schilder erkennen können muss. Auf autobahnähnlichen Strecken wie der Zoobrücke sind zudem auf beiden Seiten Schilder vorgeschrieben. Erst recht, wenn diese durch höhere Fahrzeuge verdeckt werden können.“

Bis dort die Beschilderung vorschriftsmäßig ist, dürften geblitzte Autofahrer gute Chancen haben, sollten sie Klage gegen einen Bußgeldbescheid oder gar Fahrverbot erheben.


Bilder der Blitzen:
Wenn man schnell genug fährt kann man sich nun hier sein eigenes "Verkehrs-Daumenkino" erstellen - die Preise variieren, je nachdem wie schnell man über die Induktuionslinien fährt!
(Gibt es nicht irgendwelche Gesetzlichkeiten, die eine derart dreiste "Blitzstrecke" verbieten? Das Schlimme an der Geschichte ist, das die Bullen sich auch noch MOBIL an den bekannten Stellen platzieren, um somit noch mehr abzocken zu können. - Fucking Polizeistaat!).


Die Blitze Höhe Frankfurter Straße: In dieser 80er Zone wird ab Montag geblitzt!
Foto: Wand


Auf der Waldecker Straße gilt Tempo 80.
Foto: Wand


Wer auf der Amsterdamer Straße schneller als Tempo 60 fährt, wird geblitzt.
Foto: Wand


Höhe Auenweg steht auf der Zoobrücke dieser Blitzer. Weil die Statik besondere Anforderungen hat, wird die Anlage Mitte November mit einem speziellen Verfahren geeicht und direkt in Betrieb genommen.
Foto: Wand


Auf der Abbiegespur zur Rheinuferstraße knallt es oft. Diese Anlage geht ebenfalls Mitte November in Betrieb.
Foto: Wand


Das einzige Schild 50 Meter vor der Blitze hängt nur auf der rechten Fahrbahnseite – und dazu noch viel zu tief.
Foto: Peter Käsmacher

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