// Internet Heute

Mittwoch, Januar 02, 2008

// Was ist eigentlich dieser "Heuriger"?

Heuriger

Mit Heuriger bezeichnet man in Österreich Gastronomiebetriebe, die ursprünglich nur den letztjährigen Wein, also den heurigen Wein, ausschenkten. „heuer“ bedeutet in Österreich und Süddeutschland „diesjährig“. Davon leitet sich auch der substantivierte Begriff ab: Man geht zum Heurigen und sitzt beim Heurigen.

Ein Heuriger hat allerdings einige Einschränkungen gegenüber einem üblichen Gasthaus. Es darf (neben alkoholfreien Getränken) prinzipiell nur Wein aus eigener Erzeugung ausgeschenkt werden. Auch beim Verkaufen von Essen ist der Betreiber auf einige, vor allem kalte Speisen beschränkt. In der Regel werden nur Getränke serviert, die Speisen werden vom Gast häufig von einem Buffet abgeholt und dort auch sofort bezahlt.

Ein Heuriger hat nur eine bestimmte Dauer pro Jahr „ausg´steckt“, das heißt geöffnet. Dies wird mit einem Föhrenbuschen, der über den Eingang gut sichtbar meist in Kopfhöhe gehängt wird, kenntlich gemacht. Darum nannte man sie auch Buschenschänken. In einem Heurigenort ist es meist untereinander abgesprochen, wann welcher Wirt „ausg´steckt“ hat (Gegenteil: „eingezogen“, geschlossen). Somit ist gewährleistet, dass in einem größeren Weinort das ganze Jahr ein oder mehrere Heurigenlokale offen haben. Es stehen auch separate Tafeln im Ort, wo jeder Weinbauer anzeigt, wann er offen hat (der sog. Rauschbaum). Diese sind oft kunstvoll geschmiedete Tafeln, bei denen der einzelne Heurige seine kleine Tafel in einen Rahmen steckt, so lange er offen hat. Wer hier den Überblick bewahren möchte, für den stellt der Verein zur Förderung der Heurigenkultur in Österreich den österreichweiten Heurigenkalender zur Verfügung.

Die Tradition, dass ortsansässige Winzer (österr.: Hauer) ihren Eigenbauwein ohne Lizenz ausschenken dürfen, geht auf die Maria Theresianische Buschenschankverordnung zurück. Damals durften zum Wein nur Brot und Nüsse angeboten werden. Da einerseits die gastronomischen Erwartungen an ein Heurigenlokal gestiegen, diese aber auf die traditionelle Art nicht leicht zu finanzieren sind, haben heute viele Heurige auch eine zusätzliche Restaurantkonzession und dürfen somit auch alle warmen Speisen servieren.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es Sitte, dass man zum Heurigen sein eigenes Essen mitbrachte. Sogar eigene Getränke konnten gegen Erlag eines so genannten „Stoppelgeldes“ (Korkengeld) konsumiert werden.

Um ein Lokal rentabler zu gestalten, war es vielerorts auch üblich, dass ein Lokal von einer Genossenschaft geführt wurde und die einzelnen Winzer das Lokal jeweils für einige Wochen im Jahr pachteten. Meist hatte dieses Lokal den Namen Winzerstube.

Mostheurige

Eine Variante des Heurigen, bei dem kein Wein sondern der so genannte Apfel- oder Birnenmost ausgeschenkt wird, ist der Mostheurige. Diese findet man vor allem in den traditionellen Obstanbaugebieten im westlichen Niederösterreich und Oberösterreich, im Mostviertel entlang der Moststraße. Mostheurige gibt es aber auch im südlichen Niederösterreich in der Buckligen Welt.

Heurige findet man hauptsächlich in Ostösterreich, das heißt in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. In den südlichen Bundesländern Steiermark und Kärnten sowie in Südtirol hat sich der Name Buschenschank (auch: Buschenschänke) eingebürgert. Dort gelten im Wesentlichen die gleichen rechtlichen Bestimmungen wie für den Heurigen. Ähnliche Einrichtungen gibt es auch in anderen deutschsprachigen Weinbaugebieten. Dort heißen sie Straußen- oder Besenwirtschaft (beide Namen sind wie Buschenschank von einem vor die Tür gehängten Buschen – svw. ein Büschel Zweige oder Bund Reiser – abgeleitet) oder Heckenwirtschaft (von Häcker = Winzer).

Es gibt auch eine ähnliche Tradition mit Bier, den Zoigl.

Quelle: wikipedia
(Dort gibt es noch mehr Infos zur Geschichte des Heurigen)

Links to this post:

Link erstellen

http://www.blogger.com/template-edit.g?blogID=32756251

<< Home

 

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de