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Donnerstag, Mai 29, 2008

// Helmes, Jones, Marine doch nicht bei EM dabei

Palma de Mallorca - Die Entscheidung fiel tief in der Nacht.

"Nach der Rückkehr aus Kaiserslautern am späten Dienstagabend haben Hansi Flick, Andreas Köpke, Oliver Bierhoff und ich noch lange alle Trainingstage, alle Fakten und alle Auswertungen besprochen", berichtete Bundestrainer Joachim Löw.

"Wir haben kontrovers diskutiert und uns dann zu diesem Schritt entschlossen."

Zuvor hatte er den Mönchengladbacher Marko Marin, den Kölner Patrick Helmes und Jermaine Jones von Schalke 04 aus seinem Kader für die EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) gestrichen.

Entscheidung am Mittwochmorgen

Am Mittwoch um 11.15 Uhr, eine Dreiviertelstunde vor dem Ende der Uefa-Meldefrist für das endgültige, 23-köpfige Aufgebot, hatte der Bundestrainer die drei Ausgeschiedenen des von ihm selbst ins Leben gerufenen "Castings" über ihr Los informiert.

Eine Viertelstunde später wurden die übrigen DFB-Akteure ins Bild gesetzt.

"Es war nur ein Sandkorn, dass die Waage zur einen oder anderen Seite hat ausschlagen lassen", beschrieb der Bundestrainer die Schwere der Entscheidung, nach der überraschend auch Marin wieder die Heimreise antreten musste.

Den 19 Jahre alten Dribbelkünstler hatten Löw und mehrere Führungsspieler zuletzt noch überschwänglich gelobt.

Luhukays Einschätzung wohl richtig

Nicht zuletzt das Testspiel gegen Weißrussland (2:2) hatte in dem Bundestrainer aber wohl die Einsicht reifen lassen, dass Mönchengladbachs Trainer Jos Luhukay mit der Einschätzung nicht so falsch lag, die EM komme für Marin noch zu früh.

"In einigen Situationen hat man gesehen, dass der Sprung von der Zweiten Liga zu einem EM-Turnier, wo man sich mit den besten Verteidigern Europas misst, vielleicht noch etwas zu groß ist", räumte Löw ein.

"Die Zukunft wird ihm gehören. Aber physisch muss er noch ein bisschen zulegen."

Trochowski, Odonkor und Borowski dabei

Marin selbst fand es "schade, dass ich nicht dabei bin, denn natürlich habe ich von der EM geträumt. Aber ich habe immerhin mein erstes Länderspiel bestritten und bin noch jung".

Der Bundestrainer gab im offensiven Mittelfeld dem Hamburger Piotr Trochowski, David Odonkor vom spanischen Erstligisten Real Betis aus Sevilla und dem künftigen Münchner Tim Borowski den Vorzug, die ebenfalls als potenzielle Streichkandidaten gegolten hatten.

"Mit Tim hatten wir von vorneherein geplant", verriet Löw. "Für seinen grippalen Infekt konnte er nichts, er hat aber nun im Training die Möglichkeit, einiges aufzuholen."

Wichtig als Ballack-Backup

Der Bremer sei vor allem deshalb wertvoll, weil er Michael Ballack vertreten könne, wenn der Kapitän wegen einer Verletzung oder Sperre passen müsse.

An Trochowski, der nach seiner Einwechslung gegen Weißrussland nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht hatte, schätzt Löw seine Vielseitigkeit:

"Er kann auf rechts, halblinks oder im zentralen offensiven Mittelfeld spielen, ist sehr ballsicher und hat eine große Variabilität in seinem Spiel."

Effektivität verbesserungswürdig

Der Forderung, vermehrt den Torabschluss zu suchen, kam der Hamburger in Kaiserslautern bereits nach. Nun gelte es für ihn, an der Effektivität zu arbeiten.

Die ist auch bei Odonkor verbesserungswürdig. Dennoch gehört auch der Flügelsprinter zum deutschen EM-Aufgebot.

"Er hat keinen WM-Bonus", bestritt Löw. "Durch seine Schnelligkeit, die eine Waffe ist, gibt er unserem Spiel mehr Möglichkeiten."

Jones wurde die große Konkurrenz auf seiner Position zum Verhängnis. "Im zentralen Mittelfeld haben wir mit Ballack, Torsten Frings, Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes einfach ein Überangebot", sagte der Bundestrainer.

Starkes Quartett für die Sechs

Ballack und Frings sind ohnehin unverzichtbar, Hitzlsperger und Rolfes haben die sportliche Leitung des DFB-Teams "in den vergangenen zwei Jahren überzeugt". Auch Jones habe aber nicht enttäuscht, betonte Löw.

Wie Marin und auch Helmes werde man ihn nach der EM bald wieder in der Nationalmannschaft sehen. "Natürlich bin ich enttäuscht. Ich werde erst mal abschalten, alles sacken lassen und mit der Familie in Urlaub fahren", kündigte der Schalker an.

Für Helmes bricht nach eigener Aussage durch Löws Absage "keine Welt zusammen". Er hatte schon in den vergangenen Tagen immer wieder gesagt, er werde die Euro im Fall der Fälle mit seiner Freundin vor dem Fernseher verfolgen.

Neuville macht "gewisse Wege"

"Patrick hat auch seine Qualitäten, ist enorm torgefährlich", sagte der Bundestrainer auf Nachfrage von Sport1.de . "Aber Oliver Neuville hat schon Turniererfahrung und bewiesen, wie wichtig er bei einem solchen Großereignis sein kann."

Der 35-Jährige aus Mönchengladbach besetze den fünften Platz im deutschen Angriff, weil er "gewisse Wege" gehe und Nahtstellen in der gegnerischen Abwehr suchen könne.

"Außerdem hat er in wichtigen Momenten wie dem Elfmeterschießen im WM-Viertelfinale 2006 gegen Argentinien gute Nerven bewiesen", ergänzte Löw.

Rückennummern als Hinweis?

Die drei Streichkandidaten hatten Findige übrigens schon anhand des Spielberichtsbogens in Kaiserslautern ausmachen können. Dort tauchten Helmes, Marin und Odonkor, Marin mit den Rückennummern 24 bis 26 auf.

"Das", dementierte der Bundestrainer mit einem Lächeln aber, "war reiner Zufall."

via http://www.tiscali.de/sport

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