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Mittwoch, Juli 02, 2008

// EM - FAZIT - And the Oscar goes to...Spanien!

Leid und Enttäuschungen, nicht mehr für möglich gehaltene Triumphe, kleine und große Dramen und zumindest im Falle von Spanien ein Happy-End: In vielen Belangen gleicht eine Europameisterschaft einem Hollywood-Film.

Und wie auch in Hollywood enttäuscht manch ein mit Spannung erwarteter Blockbuster, während eine kleine Produktion zum überraschenden Publikumserfolg wird.
In der kalifornischen Glitzermetropole werden die Leistungen der Schauspieler, Produzenten und Regisseure alljährlich mit dem Oscar prämiert.
In diesem Jahr verleiht die Sport1-Redaktion die EM-Oscars.

* Bester Film: "No Country for old men"

Im spanischen Aufgebot war kein Platz für alte Männer. Trainer Luis Aragones - selbst nicht mehr der Jüngste - ließ Real-Madrid-Urgestein Raul zu Hause. Junge Spieler wie Fernando Torres dankten es ihm mit grandiosen Leistungen und dem Titel.

* Beste Regie: Xavi

Keine Frage, Xavi vom FC Barcelona war der beste Regisseur bei dieser EM. Mit starken Auftritten führte die "Seleccion" zum Titel und wurde von der Uefa zum besten Spieler des Turniers gewählt.

* Bester Hauptdarsteller: Mejuto Gonzalez

Auch der beste Hauptdarsteller kommt aus Spanien. Oder besser Selbstdarsteller? Schiedsrichter Mejuto Gonzalez hatte beim Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Österreich seinen großen Auftritt. Mit freundlicher Unterstützung seines vierten Offiziellen verbannte er Jogi Löw und Josef Hickersberger auf die Tribüne.

* Beste Hauptdarstellerin: Angela Merkel

Die Kanzlerin zeigte sich einmal mehr als echter Fußballfan. Nach seiner Roten Karte gegen Kroatien motivierte sie Bastian Schweinsteiger auf der Ehrentribüne zu einer Klasseleistung gegen Portugal. Auch ihre Jubelgeste wird so langsam zum unverwechselbaren Markenzeichen.

* Bester Nebendarsteller: Cesc Fabregas

Der Spanier vom FC Arsenal wurde mit Ausnahme eines Spiels immer ein- und im Finale ausgewechselt. Trotzdem spielte er eine famose EM.

* Beste Nebendarstellerin: Sarah Brandner

Spätestens jetzt kennt jeder in Deutschland die Schweinsteiger-Freundin. Immer wieder war das Modell aus München im Bild und immer sah sie gut aus. Sie ist das Gesicht der deutschen Spielerfrauen, dafür gibt es den EM-Oscar.

* Lebenswerk: Luis Aragones

So jung wie die Mannschaft des Europameisters ist, so alt ist der Trainer. In diesem Monat steht der 70. Geburtstag an. Vor der EM war Aragones höchst umstritten, nun feiert er den größten Triumph seines Lebens und führte Spanien zum ersten Titel seit 44 Jahren.

* Bestes Originaldrehbuch: Türkei - Tschechien

Eine irre Aufholjagd, drei türkische Tore in 15 Minuten, der schlimme Patzer von Petr Cech: dramatischer kann ein Spiel kaum sein.

* Bestes adaptiertes Drehbuch: Die Wasserschlacht von Basel

Sintflutartige Regenfälle beim Gruppenspiel Schweiz gegen die Türkei, bei jeder Bewegung spritzt das Wasser und der Ball bleibt in einer Pfütze liegen. Das gab es doch schon mal? Richtig, das Spiel war eine "Remake" des WM-Halbfinales 1974 in Frankfurt zwischen Deutschland und Polen.

* Beste Kamera: Die "Jogi-Cam"

Vielen Dank an den Kameramann, der während des Spiels Deutschland gegen Portugal Bundestrainer Jogi Löw in seiner separaten Skybox beim Rauchen erwischt hat.

* Bester Ton: Deutschland-Türkei

Das Bild war weg, der Kommentar von ZDF-Mann Bela Rethy kam zeitverzögert. Wäre das Spiel nicht so wichtig gewesen, hätte man sogar drüber lachen können.

* Bester Schnitt: Löws Hemden

Was sonst? Sie passen einfach perfekt.

* Beste visuelle Effekte: Fatih Terim

Der türkische Trainer lieferte an der Außenlinie einfach eine irre Show. Die Arme in der Luft, Schweiß auf der Stirn und immer unterwegs. Für diesen Einsatz gibt es den EM-Oscar.

* Bester Song: Seven Nation Army

Der Brüller in jedem Stadion, in der Kneipe oder auf der Fanmeile. Ob die White Stripes das gewollt haben?

* Bester Kurzfilm: Die Niederlande in der Vorrunde

In der Hinrunden waren sie "Orkanje" und boten gegen Frankreich und Italien einen wahren Augenschmaus. Leider nicht allzu lange.

* Bester Dokumentarfilm: Die Beerdigung von Cordoba

Was hatte man in Österreich auf eine Wiederholung des legendären Sieges bei der Weltmeisterschaft 1978 gehofft. Cordoba war überall - und dann nach dem 0:1 gegen die DFB-Elf plötzlich wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Bis zum nächsten Spiel zwischen Deutschland und Österreich.

* Bester fremdsprachiger Film: Das Wunder von Wien

Die EM war eine perfekte Gelegenheit das etwas abweichende Fußball-Idiom der Österreicher kennen zu lernen. Im Nachbarland träumte man - vergeblich - vom Titel, aber auch von Gurken (Beinschüssen) und Stanglpässen (Doppelpässen).

* Bestes Make-Up/Kostümdesign: Kevin Kuranyi

Kevin Kuranyi achtet immer sehr auf sein Äußeres. Ein Band hält die Haare und der Bart ist getrimmt. Den EM-Oscar bringt ihm allerdings der Einsatz der Wasserflasche zum Haarstyling vor seiner Einwechslung im Finale ein. Besser wurde seine Leistung davon aber auch nicht.

* Goldene Himbeere für den schlechtesten Film: Frankreich

Der Vize-Weltmeister enttäuschte auf der ganzen Linie und schied mit nur einem Punkt schon nach der Vorrunde aus. Sogar die medizinische Abteilung konnte nicht überzeugen. Franck Ribery musste zu Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach Basel anreisen, damit der Bayern-Doc einen Syndesmosebandriss diagnostizieren konnte.

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