// Internet Heute

Freitag, September 05, 2008

// NEUES VON CHROME


Mittlerweile hatte die Internet-Gemeinde bereits drei Tage Zeit um den neuen "Stern" am Browserhimmel ausgiebig zu Testen. Da in den einschlägigen Blogs/Foren, mittlerweile ausreichend Informationsmaterial zu den vollzogenen Tests hinterlegt ist, werde ich an dieser Stelle auf die jeweligen Seiten verweisen.

Thema Sicherheit:
Ein Auszug aus den Datenschutzbestimmungen zu Chrome: "Ihre Kopie von Google Chrome enthält mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer. Diese Nummern ... (werden) bei der erstmaligen Installation und Verwendung der Anwendung und bei der automatischen Update-Prüfung von Google Chrome an Google gesendet." Und weiter: "Falls Sie Nutzungsstatistiken und Ausfallberichte an Google senden, werden uns diese Informationen sowie eine eindeutige Anwendungsnummer vom Browser übermittelt."

Im Klartext: Wer nicht widerspricht, gibt Google komplette Verfügungsgewalt über seine persönlichen Surf-Daten. Das war ja eigentlich klar, warum sollte es an dieser Stelle anders laufen als bei den restlichen Google-Services/Tools?


Sicherheitslücke wegen veralteter Basis

Auch an der Sicherheit von Chrome gibt es bereits seit Mittwoch erste Zweifel. Der IT-Sicherheitsexperte Aviv Raff hat zwei bekannte Sicherheitslücken miteinander kombiniert und so eine Möglichkeit demonstriert, Chrome-Nutzer hereinzulegen. Mit zwei Klicks könnten sie versehentlich eine Anwendung von einer Web-Seite aus zur Ausführung bringen. Raffs Demonstration ruft nur ein harmloses Dokument auf - aber auf dem gleichen Wege ließe sich auch ein Schadcode einschleusen.

Die Lücke hängt damit zusammen, dass Google für Chrome eine ältere Version von Apples Entwicklungswerkzeug Webkit benutzt hat. In der aktuellen Version von Apples Safari-Browser ist die Lücke gestopft. Alle Beobachter erwarten zwar, dass Google diese Lücke sehr viel schneller als Apple schließen wird - doch zeigt der Vorfall, dass Googles Browser keineswegs unverwundbar ist.

Das dokumentiert auch eine zweite, zwar harmlose, aber immer noch peinliche Lücke, die ebenfalls bereits am Mittwoch aufgespürt wurde: Mit Hilfe eines einfachen präparierten Links lässt sich Chrome gezielt zum Absturz bringen. Damit sind zwei der zahlreichen Werbe-Claims von Google bereits am dritten Tag nach Veröffentlichung des Browsers diskreditiert: Der Anspruch erhöhter Sicherheit und außerordentlicher Stabilität. Im Chrom sind bereits jetzt Kratzer.

Mehr zum Thema gibt es bei SPIEGEL-ONLINE
VIDEO: Google Chrome: Angriff auf Microsoft

Ausführlicher Test bei professorweb

Aktuelle Nutzungsstatistik

GOOGLES CHROME: DIE WICHTIGSTEN INFORMATIONEN

Startdatum und Plattformen
Googles Browser Chrome wurde am 2. September 2008 um 21 Uhr in über hundert Ländern zum Download zur Verfügung gestellt - zunächst nur in einer Version für Windows. Versionen für Mac und Linux sind Google zufolge in Arbeit.

On- trifft offline
Googles Software Gears ist in Chrome integriert - was dazu führt, dass man auch in Web-basierten Anwendungen weiterarbeiten kann, wenn gerade mal keine Internet-Verbindung vorhanden ist. Gears synchronisiert dann das, was lokal auf dem Rechner geschehen ist, mit dem, was draußen im Netz lagert, wenn wieder eine Internet-Verbindung besteht.

Tempo und Balance
Chrome ist deutlich schneller als andere Browser. Seiten bauen sich schneller auf, der Browser kann mehrere Prozesse (Skripte etc.) gleichzeitig bearbeiten. Der Tempogewinn soll auf effizienterer Einbindung von JavaScript beruhen. Google hat dafür eine eigene JavaScript Virtual Machine namens V8 entwickeln lassen. Außerdem soll Chrome Speicherressourcen effektiver auf die einzelnen geöffneten Tabs (Karteireiter) verteilen.

Absturzschutz
Jeder Tab soll in Chrome auf einem eigenen Prozess basieren - was konkret bedeutet, dass ein Absturz in Tab eins nicht den ganzen Browser und somit auch Tab zwei, drei und so weiter abstürzen läßt. Für die flächendeckende Nutzung von Internet-Anwendungen ist das eine entscheidende Voraussetzung: Nur so ist gewährleistet, dass ein Browser-Fehler oder eine fehlerhafte Web-Seite nicht alle gerade in einer Online-Applikation gemachte Arbeit durch einen Absturz vernichtet.

Tabs ganz oben
Die Karteireiter oder Tabs werden in Chrome nicht unterhalb der Bediensymbole und der Adresszeile erscheinen, sondern darüber. So entsteht der Eindruck, dass wirklich komplette Browserfenster durchgeblättert werden. Beim Konkurrenz-Browser Opera ist das in der aktuellen Version jetzt schon so.

Schnellzugriffe
Chrome baut eine Übersichtsseite mit den vom Nutzer am häufigsten aufgerufenen Web-Seiten auf, die man dann mit einem einzigen Klick starten kann. Bei Opera gibt es das schon - dort heißt die Funktion "Speeddial". Beim Google-Browser heißt die Übersichtsseite schlicht "most visited" (meistbesucht).

Programmbasis: Open Source
Chrome basiert auf der Browser-Entwicklungsumgebung Webkit. Sie liegt auch dem Apple-Browser Safari und der Web-Software für Apples iPhone zugrunde. Chrome soll vollständig Open Source sein, so wie Mozillas Firefox. Andere Entwickler könnten also mit dem Programmcode arbeiten oder Teile davon übernehmen und in anderem Zusammenhang verwenden. Für Chrome gilt somit das gleiche wie für Googles Handy-Betriebssystem Android - das ebenfalls auf Webkit basiert.

Sicherheit
Chrome soll mit ständig auf dem neuesten Stand gehaltenen Listen von gefährlichen Web-Seiten ausgerüstet werden: Einer für Seiten, die für Passwortklau (Phishing) benutzt werden und einer zweiten mit Seiten, die im Verdacht stehen, Malware wie Viren zu verteilen. Beim versuchten Aufruf einer solchen Seite würde der Browser dann warnen - so wie das die Konkurrenzprodukte wie Internet Explorer und Firefox bereits jetzt tun.

Der Porno-Knopf
Microsofts neuer Internet Explorer soll ihn bekommen, und auch Chrome soll nicht ohne bleiben: Eine im Google-Browser "incognito" getaufte Funktion sorgt dafür, dass alles, was in einem bestimmten Tab passiert, ohne Spuren bleibt: keine Web-Seiten im Zwischenspeicher, keine Browser-History, keine Cookies. Höchst begrüßenswert für Freunde der Privatsphäre. Wer nicht will, dass Kollegen oder Gattin hinterher nachsehen können, was man so getrieben hat im Netz, surft eben inkognito. Als Microsoft die Funktion ankündigte, bekam der neue Internet Explorer von der Netznutzerschaft gleich einen Spitznamen verpasst: Porno-Browser.

Datenschutz
Auf einige Kritik dürfte die Neugier des Browsers stoßen: Er beobachtet den Nutzer und merkt sich alles, was er tut. Um die erweiterten Suchfunktionen der Adress- und Suchleiste zu ermöglichen, kommuniziert er ständig mit Google - und meldet hier auch Verhaltensweisen des Nutzers zurück, die angeblich nur zur Optimierung der Suchergebnisse dienen. Das dürfte vielen nicht gefallen und stellt tatsächlich ein potentielles Sicherheitsrisiko dar.

Google Chrome VS: Firefox?
Firefox-Fans sind allerdings auch Netznutzer, die die zahlreichen Features ihres Browsers wirklich zu schätzen wissen. Sie sind Browser-Tuner, die ihre Programme aus eigenem Antrieb gern sogar um weitere Möglichkeiten erweitern - das ist das Gegenteil von Minimalismus.

Aus diesem Grund wird kein eingefleischter FOX-USER permanent auf Chrome wechseln.

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